Challenges 2021

Die Challenges an der Friedrich Junge Schule Großhansdorf 2021

Ein neues Schuljahr bringt auch immer neue Herausforderungen, Erlebnisse, Hürden und Erfahrungen mit sich. Besonders die Zeit im achten Jahrgang einer Schule ist nicht immer einfach und die Schülerinnen und Schüler stehen vor einer neuen Flut an Eindrücken und eventuell auch Schwierigkeiten. So bringt es auch Hartmut von Hentig im Jahr 1993 auf den Punkt.

„[…] in den mittleren Jahren und vor allem in der Pubertät wird die Schule zur Qual. In diesem Alter richtet das schulische Lernen so gut wie nichts aus (…) Wichtiger ist jetzt etwas anderes: Selbsterprobung, die Beziehung zu anderen Personen die Emanzipation von denen, die einen bisher bestimmt, erzogen, bevormundet haben. Jetzt brauchen die jungen Menschen Erlebnis, Abenteuer, Aufgaben (…).“

(Hartmut von Hentig, Schule neu denken, 1993)

An dieser Situation hat sich bis heute nur wenig geändert. Daher haben wir uns als Schule dazu entschieden, unser Projekt „Die Challenges“ – trotz der coronabedingten Einschränkungen – weiterzuführen und bestmöglich zu realisieren. Dabei standen auch in diesem Jahr die Leitlinien Herausforderungen, Bewährungen, Erprobungen und Orientierungen im Fokus unserer Arbeit.

Die Jugendlichen konnten in diesem Jahr zwischen sechs verschiedenen Herausforderungen wählen und sich auf die von ihnen präferierte „Challenge“ bewerben. Zur Auswahl standen folgende Ideen und Projekte:

  • Triathlon
  • Naturerlebnis
  • Mittelalter
  • Theater
  • Über Stock und Stein
  • Berliner Mauerwanderweg

Mit kleinem Budget raus aus der Komfortzone

Ein besonderer Aspekt bei der Durchführung war auch in diesem Jahr der Umgang mit einem begrenzten Budget und ein Zusammenleben auf engem Raum. Der Teamgeist und die sozialen Fähigkeiten dienten dabei als wichtigste Erfolgsfaktoren.

Um an einer der oben aufgeführten „Challenges“ teilnehmen zu können, erhielten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, eine Bewerbung zu verfassen und sich mit ihren individuellen Interessen, Fähigkeiten und Motiven auseinanderzusetzen – denn so individuell wie „unsere“ Kinder sind auch die Herausforderungen.

Während beim Triathlon primär der sportliche Wettkampfgedanke im Fokus stand, drehte sich bei der Challenge „Naturerlebnis“ alles um das Leben in und vor allem mit der Natur.

Neben dem Leben in der Natur kam bei der Mittelalterchallenge auch der geschichtliche Hintergrund hinzu. Die Schülerinnen und Schüler lernten mittelalterliche Essgewohnheiten kennen, schliefen im Heerzelt auf einfachen Strohbetten, verzichteten auf jeglichen Luxus um ritterlich zu tafeln und trugen klassische Gewandung um einen Perspektivwechsel zu komplettieren. Raus aus dem Schulalltag und rein in eine Zeitreise zurück ins zehnte Jahrhundert!

Um den individuellen Interessen unserer Schülerinnen und Schüler gerecht werden zu können, ist es uns aber auch wichtig, dass eine „Challenge“ nicht zwangsläufig in einer anderen Zeit oder fernab vom Heimatort stattfinden muss.

Ausdruck durch theatralische Inszenierung. Dieses Leitmotiv verfolgte unsere Theaterchallenge im heimischen Großhansdorf. Hier mussten die Kinder die Herausforderungen annehmen, auf einer Bühne zu stehen, Texte auswendig zu lernen, stundenlang zu Proben und schlussendlich ein komplettes Theaterstück vor Publikum zu präsentieren.

Für alle, die ihre Herausforderung eher im Überwinden von Ängsten sehen, konnte die Challenge „Über Stock und Stein“ angeboten werden. Hierbei mussten die Schülerinnen und Schüler – wie bei allen Challenges – nicht nur die Herausforderung des tagelangen Handyverzichts überwinden, sondern auch körperlich an ihre Grenzen gehen. Sie kletterten verschiedene Felswände empor, überwanden ihre natürliche Höhenangst und krochen hinab in dunkle und enge Höhlen, ausgestattet mit einer Stirnlampe und ganz viel Mut im Gepäck ging es sowohl hoch hinaus, als auch tief hinab. Der Umgang mit Klettergurt und Karabinerhaken wurde dafür schon im Vorfeld erprobt und geübt. Spannende und atemberaubende Aussichten dienten den Teilnehmern dabei als Belohnung für anstrengende und intensive Ab- und Aufstiege. Zumeist ging es in zwei Richtungen – aufwärts oder abwärts.

Nach links, nach rechts oder geradeaus ging es bei der Challenge „Berliner Mauerwanderweg“. Hier wurden lange Tageswanderungen mit geschichtlich relevanten Aspekten der Berliner Mauer verknüpft. So konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen über die deutsche Geschichte erweitern und zeitgleich ihre körperlichen Grenzen austesten. Auch die Tücken eines Großstadtdschungels mussten gemeistert werden.

All diese besonderen Momente teilten die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Junge-Schule mit ihren mitreisenden Lehrkräften und so konnte unser preisgekröntes Projekt auch in diesem Jahr vollumfänglich stattfinden – und das bereits zum achten Mal. Dieses Jahr sind wir besonders froh darüber, unseren Schülerinnen und Schülern aus Jahrgang acht trotz aller Schwierigkeiten dieses Erlebnis ermöglichen zu können.

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